blogage.de > morgen freiman > Eintrag > 14. April 2009 > Grenzgang Nachrichten
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Nun ist es im allgemeinen sicherlich sinnvoll Nachrichten zu vefolgen, denn diese Tragen zur politischen Meinungsbildung bei. Man kann sich aber dennoch fragen, wozu Berichte über Amokläufe, Verkehrsunfälle oder andere Informationen solcher Art tauglich sind.

Informationen der fraglichen Art zeichnen sich vorallem dadurch aus, dass ihnen, auch wenn man sie über längere Zeit über das Nachrichtenmedium verfolgt, kein Nutzen abgewonnen werden kann. Die Aussage "Es ist ein Jugendlicher Amok gelaufen." hat zunächst keinen inhaltichen Wert. Diesen kann sie erst durch einen breiteren Kontext gewinnen: Wie oft gehen jugendliche üblicherweise Amok laufen? Ist dieser spezielle Amoklauf tatsächlich von Bedeutung insofern als dass er einen Trend anzeigt (dem man vielleicht entgegen steuern kann - wobei der Kontext bei dieser Zusatzfrage beträchtlich weiter wächst - oder insofern, als dass man sich helfend einbringen kann - was aufgrund der räumlichen Distanz und der Art des Ereignisses meist unmöglich ist)?

Selbst wenn diese Informationen vorliegen bleibt fraglich, welchen Wert die oft im Überfluss vorhandenen, näheren Informationen zum genauen Ereignisablauf haben.

Sollte nun, für die Mehrheit der Zuschauer, die inhaltliche Relevanz fehen, welchen Sinn haben dann Berichte solcher Art?




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Casi (Anonym)
vor 11 Monaten

Amoklauf und Todesberichterstattungen, die heutzutage sehr ins Detail gehen, haben natürlich einen fragwürdigen Charakter.

Nichtsdestotrotz dienen Nachrichten aktuell nicht mehr nur der Information, sondern auch der Meinungsbildung, der Meinungsmachung und -formung und vor allem auch der Unterhaltung sowie "Kundenbindung". Wenn ich erzähle dass in Afrika ein Kind verhungert ist, lockt das niemanden mehr hinterm Ofen hervor in unserer sensationslustigen Gesellschaft.

Die Print-, Rundfunk-, Fernseh- und Internetmedien müssen sich immer weiter übertreffen und tun dies solange, bis das Fass übergelaufen ist, die Spirale irgendwann ihr Ende erreicht. So dass es wieder Menschen gibt, die sich rein für die wichtige Information intessieren und dies durch entsprechenden Konsum kundtun. So muss man oft erst merken, dass irgendwas zuviel ist, bevor man sich wieder auf das Wesentliche besinnt.

vor 11 Monaten

Medien wollen Aufmerksamkeit. Und wenn der Leser/Hörer/Zuschauer eine Auswahl verschiedener Schlagzeilen zur Verfügung hat, nimmt er die, die am meisten Emotionen, Freude, Ängste etc. auslösen. Menschen sind Sklaven ihres Neurotransmitter-Haushalts. Und Sex & Crime lösen entsprechende Reflexe dort aus, wo viele Menschen ihr Gehirn haben.

Medienprofis wissen das.



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